Junge Europäische Bewegung Berlin Brandenburg
 

 
Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten: „RumĂ€nien – Sorgenkind der EU oder verkanntes Potential“

 

Zur Vorbereitung der diesjĂ€hrigen Fahrt der AG Balkan nach RumĂ€nien lud die JEB am 7. Juli zu einer Podiumsdiskussion mit Abgeordneten der deutsch-rumĂ€nischen Parlamentariergruppe des Bundestages ein. In der gut besetzten Galerie wurde ĂŒber die Herausforderungen in der KorruptionsbekĂ€mpfung, die Lage der Minderheiten in RumĂ€nien und die VorzĂŒge von rumĂ€nischem Pfirsichschnaps diskutiert.

 




In der letzten Sitzungswoche des Bundestages vor der Sommerpause konnten wir die Abgeordneten Erich G. Fritz (CDU) und Manuel Sarrazin (GrĂŒne) fĂŒr unsere Diskussion gewinnen. Nach der BegrĂŒĂŸung der zahlreichen, teils auch rumĂ€nischen GĂ€ste und einer kurzen EinfĂŒhrung in das Thema des Abends durch JEB-Vorstandsmitglied Malte Liewerscheidt erlĂ€uterten die beiden Abgeordneten zunĂ€chst ihre Sicht auf RumĂ€nien.

 

Manuel Sarrazin stellte dabei das „Potenzial fĂŒr grĂŒne Politik“ an den Beginn seiner AusfĂŒhrungen. Obwohl RumĂ€nien wegen umweltpolitischer Probleme hier zahlreiche AnknĂŒpfungspunkte biete, seien die zahlreichen grĂŒnen Parteien im Land leider nur „sektenĂ€hnliche Gruppierungen“. Korruption sei definitiv ein großes Problem, dem jedoch tiefergehende Verwerfungen in der politischen Kultur zugrunde lĂ€gen. Die EU hĂ€tte hier im Zuge der Beitrittsverhandlungen mehr Fortschritte fordern mĂŒssen, nun fehlten die Druckmittel.

 

Kollege Fritz stimmte dieser Analyse weitgehend zu und hob vor allem auf die negative Wahrnehmung RumĂ€niens in der deutschen Öffentlichkeit ab. Diese sei zu Unrecht von negativen Klischees wie KriminalitĂ€t, Korruption und Umweltkatastrophen geprĂ€gt. Dabei habe RumĂ€nien viel zu bieten: eine phantastische Naturlandschaft, ein großes kulturelles Erbe, eine solide industrielle Basis und viele gut ausgebildete ArbeitskrĂ€fte, vor allem in der Automobilindustrie.

 

Dann war es Zeit fĂŒr die ersten Fragen aus dem Publikum: Wie ist die Lage der Minderheiten im Land? Könnte Moldawien bald Teil RumĂ€niens werden? Und wann bekommt RumĂ€nien eigentlich die volle ArbeitnehmerfreizĂŒgigkeit in der EU?

 

Erich G. Fritz erlĂ€uterte, dass der befĂŒrchtete „Schwall aus dem Osten“ nach dem Ende der Ausnahmeregelungen fĂŒr Arbeitnehmer aus Polen und anderen LĂ€ndern Anfang 2011 ausgeblieben sei. Dies sei auch im Falle RumĂ€niens 2014 zu erwarten. Ein Zusammengehen von RumĂ€nien mit Moldawien wiederum werde von Russland und der Ukraine verhindert. Vorrangig sei eine Lösung fĂŒr das Gebiet Transnistrien, das von Russland als Faustpfand benutzt werde. Moldawien brauche eine europĂ€ische Perspektive und mĂŒsse voll in die EuropĂ€ische Nachbarschaftspolitik integriert werden, stimmte auch Manuel Sarrazin zu.

 

Zur Lage der Minderheiten verwies er auf den Unterschied zwischen Verfassungsrecht und –praxis, wonach insbesondere die Sinti und Roma im Land im Alltag unter Fremdenfeindlichkeit zu leiden hĂ€tten. Dies sei auch auf das Erbe der sozialistischen Kultur zurĂŒckzufĂŒhren, in der diese Gruppen einen schweren Stand gehabt hĂ€tten.


Wieder war das Publikum an der Reihe: Wie steht es um die Zukunft der deutschen Minderheit? Könnte man nicht Aufbauhilfe fĂŒr die rumĂ€nische Parteien leisten? Wie könnte der Agrarsektor modernisiert werden?


Manuel Sarrazin betrachtete die rumĂ€nischen GrĂŒnen „mit einem weinenden und einem auslachenden Auge“, Ă€hnlich Ă€ußerte sich Erich G. Fritz zum Zustand christlich-konservativer Parteien, die „eine Zellteilung bis zur Bedeutungslosigkeit“ hinter sich hĂ€tten.

 

Die jeweiligen ParteifĂŒhrer hĂ€tten derart hĂ€ufig die politischen Lager gewechselt, dass ihnen jede GlaubwĂŒrdigkeit abhanden gekommen sei. Die Möglichkeiten, von außen – etwa durch politische Stiftungen –hierauf einzuwirken, schĂ€tzten beide als Ă€ußerst gering ein. Als grĂ¶ĂŸtes Problem der noch etwa 60.000 Menschen zĂ€hlenden deutschen Minderheit nannte Fritz Überalterung; dennoch habe sie ihren Einfluss erstaunlich gut bewahren können.

 

Im Agrarsektor sahen beide Abgeordneten großes Potential fĂŒr deutsche Investoren, was auch der veralteten und unterfinanzierten rumĂ€nischen Landwirtschaft weiterhelfe – „krass Bio ist jetzt die Chance“, wie Manuel Sarrazin es formulierte.

 
Letzte Frage: Was wĂŒrden Sie uns als „must-do“ fĂŒr unsere RumĂ€nienfahrt empfehlen? Auch hier parteiĂŒbergreifende Einigkeit auf dem Podium: eine Verkostung mit Pfirsich-Schnaps auf einem rumĂ€nischen Bauernhof – das wĂ€re ein absoluter Pflichttermin!



|
ZurĂŒck zur AG Balkan

 


AG Balkan der JEB



 2011 - RumĂ€nien

 

 2010 - Serbien

 

 2009 - Kosovo



RumĂ€nien-Fahrt 








Nichts mehr verpassen !

 

Super Aktionen! Warum hat mir nur keiner Bescheid gesagt? Keine Aktion mehr verpassen: mit unserem monatlichen Newsletter...



Mitmachen

 

Du bist begeistert von unseren Aktionen und willst nicht mehr nur zuschauen? Du willst aktiv werden und bei uns mitmachen?

 

Dann trage dich in unsere Aktiven-Gruppe ein.



UnterstĂŒtz uns !

 

Du bist begeistert von unseren Aktionen und möchtest uns unterstĂŒtzen? Du weißt nur nicht wie? Ganz einfach...